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Thema
Videoauswertung und Erfahrungsaustausch schaffen mehr Sicherheit
von Christian Bermes
Der IT-Branchenverband SIBB e. V. fordert Sicherheitsbehörden und -organisationen auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene auf, moderne Sicherheits-Technologien endlich aktiv einzusetzen. Angesichts der hoch brisanten Sicherheitslage ist es nicht akzeptabel, Technologien nur in Pilotprojekten auszuprobieren und danach mit überalterter Technik weiterzuarbeiten.
Nur ein Bruchteil von BOS (Behörden mit Ordnungs- und Sicherheitsaufgaben) und privaten Sicherheitsdiensten sind heute überhaupt mit qualifizierten Ortungssystemen ausgerüstet. Besitzen Sicherheitseinrichtungen moderne Video- und Aufzeichnungssysteme sowie Sicherheitsleitwarten, werden diese zumeist nur innerhalb der eigenen Zuständigkeitsgrenzen genutzt. Eine übergreifende Zusammenarbeit bei Technik und Auswertung gibt es bisher kaum.
Mit dem aktuellen Stand der Videotechnik kann Verdachtsmomenten gezielt nachgegangen werden. Die von Unternehmen in der IT-Hauptstadtregion entwickelten und vermarkteten Technologien bieten die Analyse der aufgezeichneten Verdachtsmomente und damit eine aktive Unterstützung bei der Strafverfolgung (vgl. Identifikation der Terror-Bomben-Attentäter auf dem Hauptbahnhof Köln). Bisher hängen Fahndungserfolge jedoch von zufällig vorhandenen Videokameras ab.
Im Gegensatz zu öffentlichen und privaten Sicherheitseinrichtungen haben eine Reihe von Verkehrsunternehmen moderne Videoüberwachungssysteme in Pilotprojekten erfolgreich getestet. Die Berliner Unternehmen DResearch, Vis-a-pix und PSI haben nachgewiesen, dass sich die Investitionen rechnen. Der SIBB fordert die Verkehrsunternehmen angesichts der Bedrohungslage für Infrastruktureinrichtungen wie Flugzeuge und Züge auf, die erprobten Technologien flächendeckend zur Erhöhung der öffentlichen Sicherheit einzusetzen.
Diese Forderung erstreckt sich auch auf den öffentlichen Personennahverkehr. Die Anschläge auf Busse und Bahnen in London im vergangenen Jahr zeigen, dass U-, S- und Straßenbahnen ebenso gefährdet sind wie Fernverkehrszüge oder Transatlantikflüge. Der IT-Branchenverband appelliert an die Verkehrsbetriebe insbesondere in Großstädten und Ballungsräumen, mit der Videoüberwachung ernst zu machen. Die Ausrüstung von gerade einmal 1/3 aller U-Bahn-Züge wie in Berlin kann nur als unzureichend bezeichnet werden.
Hintergrund: Die öffentliche Sicherheit ist z. Zt. so stark bedroht wie nie zuvor. Terroristen und Nachahmer entwickeln weiter ausgefeilte Anschlagsarten und -ziele. Sicherheitsbehörden und -unternehmen benötigen qualifizierte Informationen über verdächtige Situationen. Diese müssen nahezu in Echtzeit abgeglichen und zielgenau verifiziert werden. Verkehrsdienstleister müssen sich der Verantwortung in Bezug auf die öffentliche Sicherheit stellen und Ihre Möglichkeiten aktiv einbringen.
Eine weitergehende Qualität der Videoüberwachung liegt in der Möglichkeit einer nahezu lückenlosen Auswertung. Aus flächendeckend vorhandenem Videomaterial können Tathergänge weitestgehend rekonstruiert werden. Aus den Erkenntnissen können Erfahrungswerte für künftige Sicherheitsstrategien erarbeitet und umgesetzt werden. Damit können künftige Terrorakte nach gleichem Muster frühzeitig erkannt und auch verhindert werden.
Künftig kann der kombinierte Einsatz von Videoüberübertragung aus fahrenden Zügen (DResearch, Berlin), die videobasierte Bewegungsanalyse (Vis-à-pix, Potsdam) und die Personenidentifikation mittels Biometrie (Bundesdruckerei, Berlin) eine noch höhere Qualität der Videoüberwachung gewährleisten. Auf Grund der hohen Anzahl an Regierungseinrichtungen, Staatsbesuchen, Großveranstaltungen und der hohen Bevölkerungsdichte verfügen die Unternehmen der IT-Hauptstadtregion über besondere Erfahrungen bei der Entwicklung von zukunftsweisenden Sicherheits-Technolgien für den öffentlichen Raum.
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