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Landkreis Gießen: Modell für Integration von Kindern mit Behinderung
von iV-Redaktion

Der Landkreis Gießen gewährt im Rahmen eines bundesweiten Modellprojekts einer Schule erstmals Leistungen zur Integration von Schülern/innen mit Behinderung in Form eines Budgets. "Eine auf Schulen bezogene Budgetierung der Integrationshilfen ist eine Möglichkeit, eine für alle Beteiligten einfachere und bessere, dabei aber nicht teurere Leistungserbringung zu gewährleisten", stellte der Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernent Dirk Oßwald dar.

Eltern empfinden momentan das Antrags- und Bewilligungsverfahren als Hindernis für Erziehungsberechtigte mit behinderten Kindern. Die Schule sieht teilweise den tatsächlichen Bedarf nicht abgedeckt. Der Verein zur Förderung der Integration von Menschen mit Behinderung (VFIMB) hält den Abstimmungsbedarf und Abrechnungsaufwand für zu aufwendig. Beim Landkreis Gießen  klagen Eltern über aufwendige Untersuchungen beim Gesundheitsamt, die als belastend und entwürdigend dargestellt werden. Einstufungen werden als ungerecht empfunden und führen zu vielen Verwaltungs- und Klageverfahren bei der Kreisverwaltung. Weiterhin wird der bürokratische Aufwand in der Kreisverwaltung als zu hoch eingeschätzt.

"Wir haben die Unzufriedenheit zum Anlass genommen, um das vorhandene Verfahren zur Zufriedenheit aller Beteiligten zu optimieren", so Oßwald. Ziel war es, das Verwaltungsverfahren zu vereinfachen, eine größere Zufriedenheit aller Beteiligten zu erreichen und die Kosten für den Landkreis stabil zu halten.

"Als taugliches Mittel hierfür bietet sich aus unserer Sicht die Gewährung der Hilfe in Form eines Budgets an", erläuterte der Sozialdezernent. Auf Basis der aktuell für Integrationshilfe an der Schule geleisteten Zahlungen wird das Budget errechnet und bewilligt. Dieser Betrag wird monatlich an den VFIMB gezahlt. Der Verein regelt mit der Schule den Bedarf und den Einsatz von Integrationshelfern. Anspruch haben alle Schüler/innen, die in den Zuständigkeitsbereich des Landkreises fallen. "Für den Landkreis bleiben die Kosten bei reduziertem Verwaltungsaufwand konstant", betont Dirk Oßwald und ist überzeugt, dass sich die ausgewählte Schule für das Modellprojekt anbietet, da hier zahlreiche Eingliederungshilfen geleistet werden.

Für die Schule ergibt sich bei der Budgetierung eine bessere und flexiblere Abdeckung der tatsächlichen Bedarfe. Der VFIMB erhält bei einer Vereinfachung des Abrechnungsverfahrens eine gesicherte monatliche Zahlung. Für die Eltern der behinderten Kinder entfallen bürokratische Antragsverfahren sowie zusätzliche Untersuchungen der Kinder. Für den Landkreis Gießen ergibt sich eine erhebliche Verwaltungsvereinfachung und eine größere Zufriedenheit der Bürger/innen.

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