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Landkreis Friesland: Linux-Server ersetzen Windows-Server
von iV-Redaktion

In vier Phasen löst die Verwaltung des Landkreises Friesland große Teile ihrer Windows-dominierten IT-Landschaft durch Open-Source-Alternativen ab. Bereits im Frühjahr 2004 traf die Kreisverwaltung des Lankreises Friesland die Entscheidung, große Teile ihrer IT-Infrastruktur auf Open-Source umzustellen, um damit die Investitionskosten für Microsoft-Software zu senken. Ziel war es, Fachverfahren, Anwendungen und Betriebssysteme Schritt für Schritt in einer sanften Migration auf quelloffene Beine zu stellen.

Zugrunde lag ein in der Verwaltung entwickeltes organisatorisch-technisches Konzept, das auf den Betriebssystemen Linux und Windows 2003 Terminalserver basierte. Neben der Möglichkeit zum Parallelbetrieb von Windows und Linux war für die Verwaltung das zentrale Management aller wesentlichen Aspekte von Servern, Clients und Windows- sowie Linux-Desktops eine der Grundvoraussetzung.

Bei der Entscheidung zur geeigneten Software und zuverlässigem Support während der Projektphasen fiel die Wahl auf die Linux-Komplettlösung UCS/UGS der Bremer Univention GmbH. Die Umgebung vereint File- und Anmeldeserver auf Basis von Samba und LDAP mit Groupware-Funktionen. Mit dem Einsatz des Univention Groupware Servers (UGS) strebt der Landkreis eine reibungslose Kommunikation aller Windows- und Linux-Benutzer, eine gemeinsame Terminplanung und den gemeinsamen Zugriff auf Mailordner, Kalender und Adressbücher an.

Im Dezember 2004 fiel der Startschuss für die vom Projektteam der EDV-Abteilung des Landkreises durchgeführte Migration. Das Projekt gliedert sich in vier Phasen:
1. Migration der Domäneninfrastruktur von Windows NT nach UCS
2. Einführung zentral verwalteter Thin-Clients auf Linux-Basis für den Zugriff auf Anwendungen, die auf dem Windows-Terminalserver laufen
3. Einführung eines KDE-Desktops mit Büro-Anwendungen und Webbrowser; Zugriff auf Terminaldienste nur noch für bestimmte Anwendungen
4. Umstellung der Groupware von Exchange 5.5 auf UGS bei zunächst gemischter Verwendung von Outlook und dem KDE-Programm Kontact als Client

Im dritten Jahr der Umstellung befindet sich der Landkreis jetzt in der letzten Phase. Alle zentralen Netzwerkdienste und 220 von insgesamt 310 Arbeitsplätzen sind bereits erfolgreich auf Linux umgestellt. Fachanwendungen unter Windows, die nicht für eine Linux-Migration in Frage kommen, verlagerte das EDV-Team auf den Windows 2003 Terminalserver. Auf den Linux-Clients verrichten Open-Source-Anwendungen wie das Büropaket OpenOffice, die Projektplanungssoftware Ganttproject, der Organizer Kontact und Firefox ihre Dienste. Zur IT-Landschaft der Kreisverwaltung gehören zurzeit neben 320 Arbeitsplatzrechnern (220 davon mit Linux) zwei UCS-Domänencontroller, zwei UGS-Groupware-Server, sieben weitere Linux-Server (LDAP, Samba, Router, Hylafax, Nagios) und sechs Linux-Terminalserver. Zwanzig Terminalserver und zehn Applikationsserver laufen weiterhin mit Windows.